Interview mit dem Künstler H.J. Mispelbaum

                                                                                                                     

 

 

Wie lange wohnen Sie schon in Übach?                                                                                                                                                                 

Ich bin Übacher, da ich hier geboren bin und wohne im Haus meiner Eltern, hier sind auch meine Kinder groß geworden.

Wann haben Sie mit dem Malen angefangen?

Intensiver habe ich mich so um 1968 damit beschäftigt, nachdem ich mein Examen in der Fachhochschule Aachen absolviert hatte. Dann bin ich nochmal für sechs Studienjahre nach Düsseldorf gegangen.

Üben Sie das Malen auch als Beruf aus?

Immer! Wobei- in den 80ern“ habe ich  „gejobbt“ .

Darf man fragen, wie alt Sie sind?

Ich bin 67.

Haben Sie Kinder bzw. auch Enkelkinder?

Ne, mit Enkelkindern kann ich nicht dienen. Aber Kinder habe ich, zwei Söhne. Der eine war auch auf eurem Gymnasium, Sascha, und der andere, David, war auf der Gesamtschule. Beide sind mittlerweile um die 30 Jahre alt.

Und wie sieht es mit Haustieren aus?

Früher hatten wir viele Haustiere, ich weiß gar nicht mehr genau welche alles, aber jetzt kann ich das auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr.

Wie sind Sie auf das Bild „die weiße Rose“, welches in unserer Schule hängt, gekommen?

                                                            

Mich hat die Dramaturgie im Bild mehr beschäftigt als die vordergründige Ästhetik.

Mein Thema war in einem Zyklus von mehreren Arbeiten das Menschenbild, und da bin ich auf dieses Triptychon, das in eurer Schule hängt, gekommen, wobei man jedoch sagen muss, dass ich mich nicht dazu gezwungen habe, die Ideen dazu sind von selbst gekommen. Mir ging es einfach darum zu sagen: „Seht her, so ein Mist ist in Deutschland passiert“.

Gibt es Künstler, von welchen Sie inspiriert wurden?

Es gibt zwei Maler, die mich sehr stark beeinflusst haben. Der eine ist Max Beckmann, der auch schon verschiedene Triptychons gemalt hat, und der andere ist der Engländer Francis Bacon.

Um welchen Stil handelt es sich bei „der weißen Rose“?

Es ist eine expressive Arbeit, da gibt es keinen „Stil“. Man muss  vorsichtig sein, wir leben jetzt in der sogenannten Moderne…

Sie haben es an die Stadt verkauft, diese hat es in Zusammenarbeit mit dem alten Schuldirektor in unserer Schule aufgehängt. Hätten Sie es lieber an einem anderen Ort gesehen?

Nein, das war völlig in Ordnung, weil das ja auch ein öffentlicher Raum ist, und vor allen Dingen, weil ich dachte, da sind ja junge Leute, das ist interessant… .

Kann man hier in Übach noch andere von Ihren Kunstwerken betrachten?

Ja, in der Kreissparkasse hängen noch Zeichnungen. Wenn man unten hineingeht, rechter Gang, da wo die Büros, sind findet man weitere Bilder von mir.

Was haben Sie außer der Malerei noch für Hobbys und womit verbringen Sie ihre Freizeit?

Momentan komme ich zu sehr wenig, aber im Sommer gehe ich immer gerne Eis essen. Zur Zeit bin ich hobbylos [lacht].
Früher habe ich gerne gelesen, aber momentan geht das wegen der Augen nicht mehr so gut.

Auf welche Weise haben Sie Herrn Vieth kennengelernt?

Ich glaube auf einer Ausstellung, er ist auf mich zugekommen, damit ich einen Druck für die Abiturienten mache. Wir kennen uns jetzt schon etliche Jahre.

Was war das beste Erlebnis in Ihrem Leben?

Die Geburt meiner Kinder.

Und das Schlimmste?

Ich habe eine schwere Depression hinter mir, ausgelöst durch Parkinson, und die möchte ich nicht noch einmal erleben.

Was ist ihr größter Wunsch?

Ich möchte so lange wie möglich einigermaßen gesund bleiben, genug Kraft haben, um noch weiter Kunst zu machen. Außerdem  hoffe ich, dass in diesem Bereich noch etwas passiert. Momentan wird  ein Artikel in New York veröffentlicht, der ist auch im Internet zu sehen.  Die Verantwortlichen haben mich auch schon eingeladen, nächstes Jahr dort auszustellen. Ob ich das schaffe, weiß ich noch nicht.

Gibt es noch andere Städte, die sie einladen?

Ja, da gibt es viele. Ich lehne Angebote aber auch ab, wenn sie nicht dir richtige Qualität“ haben.

Wie viel kostet ein Werk von Ihnen ungefähr?

Eine Zeichnung kostet so zwischen 600 € und 1.000 €. Die Preise für größere Arbeiten, Bilder oder Skulpturen werden in der Regel zwischen dem Galeristen oder direkt dem Interessenten ausgehandelt.

Was  würden Sie den Leuten, die unsere Schule besuchen, gerne noch sagen?

Der Geist mag wehen, wo er will. Ich würde ihnen in der heutigen Zeit schon ein gutes Bildungs-Fundament und Mut zum Leben wünschen, das heißt, sich realisieren zu können, so gut es eben geht. Wenn man einen Traum hat, nicht aufzugeben, weil man aus Übach-Palenberg kommt. Dass sie an sich glauben sollen.

Vielen Dank für das Interview!