Die Neue am CMG
Ein Interview mit Frau Dr. Schwab

Vor einiger Zeit ist Frau Renate Schwab als stellvertretende Schulleiterin an das Carolus-Magnus-Gymnasium gekommen. Sie übernimmt den Platz von Frau Peters, die uns verlassen hat. Daher ist es an der Zeit, euch die „Neue“ einmal vorzustellen und ihr ein wenig auf den Zahn zu fühlen.

Möchten Sie immer mit Ihrem Doktortitel angesprochen werden?
Nein, du kannst einfach Frau Schwab sagen. Das reicht völlig. Auf den Titel lege ich nur besonderen Wert, wenn ich z.B. eine Wohnung suche oder jemanden ärgern möchte.

In welchem Fach haben Sie Ihren Doktortitel abgelegte?
In Molekularbiologie.

Was ist das genau?
Das ist eine Kombination aus Biologie und Chemie (meinen Unterrichtsfächern). Vor allem ging es um menschliche Stammzellen. Für meine Doktorarbeit habe ich normale Stammzellen und potenzielle Krebszellen (präleukämische Stammzellen) untersucht und in ihrer Zellzykluskontrolle verglichen.

Wie beschreiben Sie sich selbst?
Ich versuche immer ruhig und sachlich zu bleiben. Ich bin gerne kreativ unterwegs, deshalb bin ich Lehrerin geworden, und mag neue Herausforderungen. Zu meinen Interessen zählen Reisen, Bücher, Sprachen und Politik. Aber ich bin auch Naturwissenschaftler durch und durch.

Was bereitet Ihnen besondere Freude?
Wenn ich mit Schülern zusammenarbeite, mit ihnen Projekte entwickle und wir zu einem schönen Ergebnis gelangen, dann freue ich mich sehr über ihre Kommentare und positiven Rückmeldungen. Das ist das beste Feedback für mich.

Gibt es etwas, was Sie auf die Palme bringt?
Ich bin schwer aus der Ruhe zubringen. Allerdings schätze ich Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Wenn Leute sich hinter dem Rücken anderer beschweren und nicht klar die Probleme benennen können oder ihre Versprechen am nächsten Tag schon wieder vergessen haben, bin ich sehr enttäuscht.

Warum haben Sie sich für den Lehrer-Beruf entschieden, außer dem Grund, dass Sie kreativ sind und gern mit Schülern arbeiten?
Ich vermittle gern Wissen und suche Wege, damit andere es verstehen. Als Schülerin habe ich bereits Nachhilfe erteilt. Ursprünglich wollte ich nicht als Lehrerin arbeiten. Doch an der Universität durfte ich die neuen Studenten in meiner Arbeitsgruppe anleiten. Auf diese Weise kam erstmals die Idee, zu unterrichten.

Waren Sie von klein auf naturwissenschaftlich interessiert?
Ja, ich habe als Schülerin schon Schweineschädel geöffnet und überlegt, Medizin zu studieren. Aber von den Gerüchen besonders bei einem Besuch in der Anatomie in Mainz bin ich fast ohnmächtig geworden. Ich habe lange überlegt, Übersetzer oder Dolmetscher zu werden. Das verwarf ich aber nach dem Abitur sehr schnell, da ich die Konkurrenz durch die mehrsprachig aufwachsenden Mitstudenten fürchtete. Recht bald fiel die Entscheidung auf die Naturwissenschaften, nur nicht am lebendigen Objekt. Die Kür waren schließlich vier Jahre in England, wo ich meine Fächer auf Englisch unterrichteten durfte. So konnte ich alles – Sprachen und Naturwissenschaften – kombinieren.
Wo kommen Sie her?
Ich komme aus Frankfurt und bin ein richtiger Hesse. Ich verbringe dort gerne etwas Zeit, denn dort wohnen immer noch Familie und Freunde von früher. Das ist meine Heimat. Wir sind aus Frankfurt direkt nach Aachen gekommen. Nach ein paar Jahren in England, bin ich bewusst nach Aachen zurückkehrt. Mir gefallen Stadt und die Nordeifel einfach sehr gut.

Sprechen Sie manchmal auch mit Dialekt?
Ganz selten. In meiner Kindheit war Dialekt nicht gern gesehen. Meine Deutschlehrerin hat mich immer korrigiert, wenn ich beispielsweise statt „nicht“ „nett“ gesagt habe, sodass ich es mir eigentlich abgewöhnt habe. Jedoch merke ich, dass ich manchmal in die Mundart zurückfalle, etwa bei großer Aufregung oder Ärger.

Warum sind Sie gerade ans CMG gekommen? Was macht den Reiz aus?
Die zahlreichen spannenden Projekte, die hier laufen, machen die Schule äußerst interessant. Bisher war ich an keiner anderen Schule, wo sich Projekte , wie z.B. ‚demokratische Schule‘, so breit etabliert haben. Mich begeistert, was bisher aufgebaut wurde. Ich probiere gerne neue Dinge und Wege aus und das CMG besitzt eine geniale Voraussetzung dafür. In dieser aktiven Gemeinschaft muss ich nicht erst Überzeugungsarbeit leisten, sondern kann Impulse einfach aufnehmen. Bestimmt sind wir in der Lage, einiges gemeinsam zu entwickeln.

Können Sie schon etwas verraten, was Sie einmal konkret verwirklichen wollen?
Ich würde gerne die naturwissenschaftliche Förderung weiter ausbauen und an Wettbewerben, wie z.B. Jugend forscht teilnehmen.

Gibt es etwas hier an der Schule, das Sie ziemlich beeindruckt hat?
Mich hat die gesamte SV-Arbeit beeindruckt, und dass so viele Sachen über die Schüler laufen. Ich habe den Eindruck, dass hier nichts entschieden wird, wenn es vorher nicht mit der Schülerschaft diskutiert und geklärt wurde. Das finde ich super, weil ihr in die Entscheidungsprozesse von Anfang an miteinbezogen seit und aktiv sagen könnt, was ihr wollt. Daher bin ich begeistert, wie die Entscheidungen gemeinsam hier getroffen werden. Normalerweise kenne ich es so, dass der Schulleiter als „Halbgott“ alles entscheidet, was an der Schule passiert, die Beschlüsse von oben nach unten durchgereicht werden und die Schüler kaum Mitspracherecht haben. Dies ist hier anders und ich habe noch keine Schule kennen gelernt, wo das so ausgeprägt funktioniert.

Gibt es ein Gebiet, auf dem Sie noch Entwicklungspotenzial sehen?
Ich möchte die Studien- und Berufsorientierung durch weitere Bausteine ergänzen. Wir werden mehr Vorgaben vom Land erhalten, die wir umsetzen müssen. Ab der 8. Klasse wird es verpflichtende und wählbare Bausteine geben. Wir wollen euch stärker bei dem Prozess begleiten, eine konkrete Vorstellung zu entwickeln, wie ihr euer Leben und eure Ausbildung/ Studium nach dem Abitur gestalten könnt.

Finden Sie G8 ist eine Belastung für die Schüler?
G8 wirft Probleme auf. Es nimmt euch ein Schuljahr weg und nicht jeder ist gleich weit entwickelt, sodass manche Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe unter Druck geraten. Einige brauchen ein Jahr länger, um sowohl die fachliche als auch emotionale Reife zu entwickeln. Am besten wäre es, wenn Schulen G8 und G9 anbieten würden, damit eine frei Wahl besteht.

Welchen ersten Eindruck haben Sie von der Elternarbeit an der Schule gewonnen?
Ich finde die Eltern sehr nett und engagiert, besonders in Verbindung mit der Bücherei. Ich habe schon zwei Pflegschaftssitzungen mit ihnen erlebt. Sie werden ihrer Verantwortung gerecht und denken sehr gut mit. Der Kontakt verläuft sehr erfreulich.

Was sagen Sie zu Herrn Dr. Münstermann als Ihrem neuen „Chef“ ?
Ich bin sehr angetan von unserer Zusammenarbeit. Hier finde ich die Ehrlichkeit und die Verlässlichkeit, die ich so oft vermisse.

Wie teilen Sie sich die Aufgaben innerhalb der Schulleitung auf?
Als Stellvertreterin bin ich für Unterrichtsorganisation zuständig, dass der Vertretungsunterricht funktioniert, dass der Stundenplan zu Beginn des Schuljahres steht. In der ganzen Geschichte ist meine Schlüsselrolle, dass alles möglichst reibungslos im Schulgeschehen von Statten geht.

Möchten sie den Schülern etwas sagen oder ein abschließendes Wort an uns richten?                                                     Ja, gern. Die Schülerschaft ist sehr freundlich, aufgeschlossen und aktiv. Wenn es eine Idee zu einen neuen Projekt gibt, egal in welchem Bereich, dann sprecht mich bitte an. Dann werde ich versuchen, euch zusammen mit den Kollegen zu unterstützen. Daran erlebt ihr auch eure eigene Wirksamkeit, wenn ihr Projekte selbstständig und erfolgreich durchführt und ihr am Ende zufrieden sein könnt.

Nach meinem Gespräch mit Frau Schwab halte ich sie für kompetent und einen wahren Gewinn fürs CMG. Ihre Einstellung und Engagement passen ausgezeichnet zu uns und wir dürfen noch viel erwarten. Gleichzeitig aber bringt sie frischen Wind mit, der neue Möglichkeiten offenbart. Ich kann nur sagen: Herzlich Willkommen am CMG!

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